08. Jan 2016

Nur knappe 6 Stunden Autofahrt liegen zwischen uns und unserem diesjährigen Ziel für Silvester. Verständlicherweise hat Verena eher keinen Bock auf soviel Autofahren am Stück, also machen wir in Schönberg im Stubaital in Österreich einen Zwischenstopp.

Weiter geht es am nächsten Morgen bis in die Außenbezirke von Venedig, wo wir am Bahnhof von Mestre die letzen 10 Minuten mit dem Zug in die Altstadt Venedigs zurücklegen. Durch die vielen Kanäle und den Mangel an Straßen ist Venedig hier völlig autofrei, was sehr entspannend ist. 

Venedig selbst ist was für Neugierige, hinter jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken! Allerdings muss man auch einiges an Geduld mitbringen, man verläuft sich nämlich selbst mit Google Maps alle paar Minuten. Aber eigentlich ist das nicht so schlimm, denn im Gegenzug gibt es wirklich an jeder Ecke und in jeder Gasse etwas zu sehen, zu bestaunen oder eine Sackgasse, die am Wasser endet. 

Von unserem winzigen Hotelzimmer (das Haus wurde 1484 erbaut) aus suchen wir Wege durch verwinkelte Gassen, schlendern den Gran Canal entlang, besuchen einen Markt mit schwimmenden Ständen und machen eine Bootstour mit der Wasserbus, dem wichtigsten Nahverkehrsmittel Venedigs. 

Natürlich darf auch jede Menge Martini und die klassische Spezialität Sepia Nero nicht zu kurz kommen. 

Am Silvesterabend versammelt sich ganz Venedig an der Promenade, um zusammen das neue Jahr 2016 in Empfang zu nehmen. Wegen der Brandgefahr ist hier Feuerwerk verboten und die Stadt veranstaltet, praktisch als Versöhnung, ein riesiges Feuerwerksspektakel auf einer Plattform im Meer. Und tatsächlich wird hier ein 20 minütiges Effektfeuerwerk erster Güte abgebrannt. Hoch die Tassen auf ein gutes 2016!

08. Jan 2016

Endlich wieder unterwegs! Seit unserem letzten großen Abenteuer in Südostasien sind mehr als 1 Jahr vergangen und so langsam hat es uns schon wieder ein bißchen gejuckt. So kam uns Daniels Konferenz in Barcelona ganz recht, um wieder loszuziehen. Gut, dass Barcelona nur knapp 2 Flugstunden entfernt ist, ideal um auszuprobieren, was unsere 8 Monate alte Tochter eigentlich so vom Fliegen hält. Um es noch etwas interresanter zu machen, verließ sich Anna völlig auf Daniels Planung und wollte bis zuletzt nicht wissen, wo es nach den 2 Tagen Barcelona hingehen sollte.

Aber vor dem Vergnügen kommt die Arbeit. Während Daniel das reichliche Buffet des Konferenzhotels in Augenschein nimmt, müssen Anna und Verena 2 Tage im Hotel das Bett hüten. Dieses liegt zwar in Barcelona, allerdings nahe am Flughafen und damit für Erkundungsfahrten in die Innenstadt denkbar ungeeignet. Aber immerhin sind wir in der 12. Etage und können aus dem Fenster die wunderbaren Wohnblocks Barcelonas begutachten. Na das kann ja heiter werden.

Aber dank des Zimmerservices ist auch diese langweilige Zeit bald überstanden und wir ziehen um, mitten ins Herz der spanischen Metropole. Kurz wird unsere kleine aber feine Ferienwohnung bestaunt, dann geht es auch schon los auf Erkundungstour quer durch die Altstadt und einige angrenzende Viertel. Verena nimmt den Trobel gelassen und schaut entspannt über den Rand des Kinderwagens hinweg zu. Wir dagegen schwitzen in der Mittagshitze und flüchten zwischendurch immer wieder in die U-Bahn. 

Wir besuchen den Markt, verschiedene Sehenswürdigkeiten wie das Olympiagelände und natürlich die Sagrada Familia, die man auch ewige Baustelle nennen könnte. 

Auch wenn es noch viel mehr zu sehen gegeben hätte, nach 2 Tagen reicht es uns vom Großstadtjungel und wir hüpfen in den Bus zurück zum Flughafen. Anna schafft es tatsächlich weder auf den Tickets noch den Anzeigetafeln zu lesen, wo es nun hin geht. Erst im Flugzeug kann Sie sich dem Monitor direkt vor Ihrem Augen nicht mehr verschließen. Wir fliegen weiter nach Teneriffa!

Knappe 3 Stunden Flugzeit später landen wir am späten Nachmittag auf dem Flugplatz Teneriffa Nord. Rein ins Mietauto und ab in die Pampa, dort soll irgendwo der Vermieter unseres Ferienhauses auf uns warten. Ein Anruf in gebrochenem English später haben wir Ihn gefunden und er fährt die letzten Meter zum Haus voraus. Gut so, es steht doch sehr abseits oben am Berg. Dafür ist der Ausblick von der Terrasse aus gigantisch!

Neben ausreichend Entspannen, Rotwein Trinken und gut Essen haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, die Insel ausgiebig zu erkunden. 

Wir haben zum Beispiel den mit 3718 Meter höchten Berg Spaniens erobert und gestaunt, wie sich die Landschaft beim Aufstieg mehr und mehr von reichem Grün zu Mondlandschaft entwickelt. Hier hat unser armer Mietwagen ganz schön leiden müssen, aber das war es auf jeden Fall wert. 

Wer in Teneriffa ist, muss mindestens einen Ausflug ans Meer machen, das ja praktisch überall lauert. Wir haben nebenbei einen der modernsten Leuchttürme in Augenschein genommen und Daniel hat versucht, die Mädels zum Schwimmen zu überreden - Keine Chance!

Nach 10 Tagen auf der Insel hieß es auch schon wieder Abschied nehmen und zurück geht es in die Heimat. Unser Stopover in Mailand reicht leider nur für eine Besichtigung des Flughafens, der, um es mit Daniels Worten zu sagen, aussieht wie eine fette Raupe. 

08. Jun 2014

 

"Welcome to paradise Bali" klingt es nach der Landung aus den Lautsprechern des Flugzeugs. Vielleicht sind wir bereits im Paradies angekommen, wissen es aber nur noch nicht? Es empfängt uns eine angenehme Wärme - viel besser als die schwüle Hitze aus Bangkok und Siem Reap! Nach gefühlten Stunden in der langen Schlange der Einreisenden können wir den Flughafen endlich verlassen. Es ist spät geworden, und so fahren wir mit dem Taxi in die nahe gelegene Haupt-Touristen-Gegend Kuta. Hier ist alles auf luxussüchtige Touristen ausgelegt, und so gibt es am nächsten Tag reichlich Frühstück am Pool. Danach flüchten wir schnell und mieten uns günstig einen Roller, um die Insel zu erkunden. Weg von den Ballermann-artigen Stränden, rein in das indonesische Verkehrsgewühl.

 

Der Verkehr ist nicht ohne, undinsbesondere hier im Süden der Insel richtig chaotisch. Zum Glück hatten wir im Iran bereits viel Übung, weshalb Daniel entspannt im Linksverkehr mitschwimmt. Einige Kilometer nördlich lockern sich die Menschenmassen etwas auf, und es gibt hier und da noch ein kleines bisschen ursprüngliche Insel zu erspähen. Inklusive Palmenwald und Reisfeldern.

Bald sind wir auch um die Erfahrung reicher, Benzin aus "Absolut Wodka"-Flaschen am Straßenrand nachzutanken. Der Roller kann nur 1,5 Liter mitnehmen, fährt dafür aber erstaunlich weit. Am Nachmittag finden wir einen ziemlich verlassenen, tief schwarzen Strand (ein Vulkan ist wohl daran schuld), welchen wir fröhlich entlang spazieren:

Eine Ortschaft weiter biegt Daniel noch einmal auf gut Glück in Richtung Meer von der Hauptstraße ab, und zu unserer Überraschung finden wir einen Bungalow mit Aussicht aufs Meer. Dank Nebensaison haben wir nur zwei Nachbarn und zahlen für diesen Luxus etwa 20€.

 

Wir erkunden die Umgebung und stoßen auf eine traditionelle Feier religiöser Art. Die Gläubigen das ganzen Dorfes und Umgebung, alle traditionell und in weiß gekleidet, versammeln sich am Strand. Später bilden sie einen musikalischen Umzug zum Ortszentrum. Sehr eindrucksvoll, auch wenn man sich selbst plötzlich wie ein Eindringling vorkommt. Aber es scheint sich niemand an uns zu stören.

Am nächsten Morgen nehmen wir wieder Abschied von unserem schwarzen Strand, um unsere Erkundungsfahrt fortzusetzen. Doch wir haben das Gefühl, noch nicht so ganz im Paradies angekommen zu sein auf dieser engen Insel. Deshalb lassen wir den Norden aus und wagen uns statt dessen ganz in den Süden vor. Südlicher als der Flughafen und das Haupt-Touristengebiet finden wir einen abgelegenen Tempel an einer Klippe, wo wir balinesische Hochzeitspaare beim Photoshooting beobachten können. Wir besuchen einen der beliebten Strände, und gönnen uns einen kleinen (obgleich sehr teuren) Imbiss mit Blick aufs Meer. 

Zum Abschluss des langen Tages besteht Daniel auf die Übernachtung in einem luxuriösen Homestay mit Pool. Anna verhandelt nach herzenslust, und der Preis sinkt um 30%. Ein Hoch auf die Nebensaison! Ohne Frühstück fahren wir wieder los, um in Kuta unseren gequälten Roller rechtzeitig zurückzugeben. Am überlaufenen Strand von Kuta, Bali ruhen wir uns etwas aus, bevor wir auf die unbekanntere Nachbarinsel Lombok übersetzen. 

Die Insel Bali hat uns ganz schön enttäuscht. Es gibt zwar schöne Strände mit westlichem Essen, und alles ist hervorragend touristisch erschlossen. Eigentlich schon zu gut, finden wir: Es gibt viel zu viele Autos und Roller für zu wenig Straßen, ein Großteil der Landschaft ist verbaut und alle 2 Minuten möchte einem jemand etwas verkaufen. Zugegeben, wir hatten vielleicht zu hohe Erwartungen an das "Shangri-La". Nach einem lächerlich kurzen Flug von ca. 18 Minuten (und ja, es gab was zu essen...) landen wir jedenfalls auf Lombok.

 

Wir ignorieren gekonnt die privaten Taxifahrer an der Ankunftshalle, gehen zielstrebig über den Parkplatz auf ein normales Taxi zu und lassen uns sehr günstig ganz in den Süden der Insel bringen. Ironischerweise heißt der Ort hier ebenfalls Kuta, doch er unterscheidet sich sehr von dem Kuta auf Bali. Er besteht im Wesentlichen aus einer Straße entlang des Strandes und einer weiter im Landesinneren.

Es finden sich einige Läden, viele Restaurants und sogenannte Homestays. Natürlich wird auch hier der Großteil des Lebens inzwischen vom Tourismus bestimmt, aber noch lange nicht alles. Hier gefällt es uns schon deutlich besser. Viel weniger Leute! Wir entscheiden uns für das Homestay Seeger Reef an der Küstenpromenade, wo wir für 11€/Nacht einen Bungalow beziehen.

Bei dem Wetter ist auch das fehlende Warmwasser kein Problem. Wir können ohnehin das Meer von der Terrasse aus hören, und der Strand ist nur etwa 50m entfernt. Dort laden kleine Bambushütten zum beschatteten Verweilen ein - und zwar uns Touristen sowie Einheimische gleichermaßen.

Klarer Fall, hier bleiben wir etwas länger (6 Nächte werden es am Ende sein). Am nächsten Morgen wird Daniel losgeschickt, uns wieder einen Roller zu besorgen. Dass groß und fett PLAYBOY darauf zu lesen ist, hat er gar nicht gemerkt. Dafür bringt er brav zwei Helme mit, welche hier gar nicht so leicht zu kriegen sind. Nachmittags laufen wir faul am Strand entlang und testen das Meer. Es ist warm. Man muss auch mal faul sein dürfen... Am nächsten Tag düsen wir über die Insel, auf der Suche nach einer Apotheke. Die Mühe zahlt sich aus. Anna ist schwanger! Wir sind überglücklich! Plötzlich steht die Welt Kopf und alles andere ist gar nicht mehr so wichtig...

Die Tage ziehen so dahin. Wir essen viele ausgezeichnete Leckereien...

...düsen durch bergige Landschaften...

...passieren Märkte am Straßenrand...

...und bestaunen idyllische Reisterrassen. 

Wir sehen oft Affen am Strand, wie sie mit Hundewelpen spielen. Sie sind einfach unglaublich neugierig auf jeden Besucher.

Kurz gesagt: Wir genießen Lombok in vollen Zügen!

Da der Tourismus eine sichere Einnahmequelle ist, gibt es hier viele Kinder, welche selbst geknüpfte Armbänder verkaufen. Bereits mit etwa 5 Jahren fangen die kleinen damit an. Eine Folge ist, dass Englisch von der jungen Generation meist sehr gut gesprochen wird. Außerdem haben wir von einigen der Kinder ein Kartenspiel beigebracht bekommen - zumindest 80% der Regeln haben wir verstanden.

Warum die Kinder allerdings bis spät abends verkaufen, und ob bzw. wann sie in die Schule gehen, konnten wir leider nicht herausfinden. Auf Dauer wird es auch recht anstrengend, denn sooo viele Armbänder kann man nun auch wieder nicht tragen.

Wir hatten eine wahrhaft paradiesische Woche in Kuta, Lombok und können jedem, der auf der Suche nach der Postkarten-Idylle ist, diesen unbekannten Flecken Erde nur empfehlen. Lombok, wir werden uns oft und gerne an dich zurück erinnern!

Schließlich lassen wir Indonesien hinter uns und machen uns auf, wieder etwas mehr Hochkultur zu erkunden: Auf geht es in die Mega-Stadt Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias.